Diesel-Hardware-Nachrüstung: Kosten, Infos, Anbieter - Verbraucherhilfe24

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22. August 2019

Dieselgate

Diesel-Hardware-Nachrüstung: Kosten, Infos, Anbieter

Die ersten Hardware-Nachrüstsysteme hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nun für Dieselfahrzeuge genehmigt. Konkret ist die Hardware-Nachrüstung für Euro 5 Diesel. möglich.

Die Fahrzeuge sollen nach der Hardware-Umrüstung die Euro 6 Norm erreichen und „sauber“ sein. Das Gute: Mit den Hardware-Nachrüstungen können Diesel-Fahrverbote umgangen werden. Weniger gut: Die Nachrüstungen sind teuer. Und sie erhöhen den Spritverbrauch. Alle Infos im Überblick.

Hardware-Nachrüstung – Was ist das überhaupt?

Software-Update, Hardware-Nachrüstung – was ist was? Und wo ist der Unterschied? Das Software-Update wird nur aufgespielt und ändert etwas an der Programmierung des Motors. Anders sieht es bei einer Hardware-Nachrüstung aus. Hier wird physisch etwas am Diesel umgebaut.

Bei der Diesel-Hardware-Nachrüstung wird ein Katalysator-System eingebaut. Das filtert die Schadstoffe heraus. Weiterhin wird ein zusätzlicher Tank installiert. Er enthält einen Hilfsstoff, der unter dem Namen „AdBlue“ angeboten wird und bei dem es sich um eine Harnstofflösung handelt. Das AdBlue wird eingespritzt und reinigt die Abgase.

Wer bietet Hardware-Nachrüstungen an?

Die Fahrzeughersteller bieten aktuell keine Hardware-Nachrüstungen an. Daher haben sich verschiedene andere Firmen damit befasst: Die Firmen Twintec Baumot und Dr. Pley GmbH haben aktuell die Allgemeine Betriebserlaubnis für Hardware-Umrüstungen vom Kraftfahrtbundesamt bekommen. Weitere Firmen wie Oberland-Mangold, HJS GmbH und Faurecia S.A. beschäftigen sich ebenfalls mit Diesel-Hardware-Nachrüstungen.

Für welche Modelle ist die Hardware-Nachrüstung möglich?

Möglich wäre eine Hardware-Nachrüstung theoretisch für alle Dieselfahrzeuge, die eine Euro 6 Norm erreichen müssen. Aktuell werden jedoch nicht für alle Modelle Nachrüstungen angeboten. Manche Diesel sind schlichtweg zu alt – oder zu klein: So müssen die Fahrzeuge zum Beispiel genügend Platz aufweisen, damit der AdBlue-Tank angebracht werden kann.

Aktuell hat das KBA Genehmigungen für Euro 5 Diesel erteilt. Für VW-Modelle bekam die Firma Twintec Baumot die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE). Für Mercedes und Volvo haben die Firmen Dr. Pley und der Autozulieferer Bosal die ABE bekommen. werden. Es ist davon auszugehen, dass weitere Genehmigungen folgen werden.

Diese Modelle können aktuell umgerüstet werden:

Daimler-Mercedes

C 220 / 250 CDI
E 220/250 CDI
V 220 CDI
GLK 220 CDI

Volvo

XC60 / XC70
S60
V60 / V70

VW

Amarok / Beetle / Caddy
Golf / Jetta / Passat
Polo / Sharan / T5
Tiguan / Touran

Audi

A1 / A3 / A4

Skoda

Fabia / Octavia / Rapid
Roomster / Superb / Yeti

Seat

Altea XL / Exeo / Ibiza
Leon / Toledo

Eine Liste mit allen Modellen für die VW Motoren EA189 und 288 finden Sie beim Kraftfahrtbundesamt (KBA).

Wie hoch sind die Kosten?

Eine Hardware-Nachrüstung von Euro 5 auf eine Norm entsprechend Euro 6 verursacht je nach Aufwand und Modell Kosten. Und die können je nach Anbieter durchaus unterschiedlich sein.

So gibt die Firma Twintec Baumont auf der Website Kosten zwischen 1.500 Euro und 2.000 Euro an. Der Umbau könne von jeder AU-berechtigten Werkstatt erledigt werden und dauere nur einen halben Tag.

Zwischen 3.000 und 3.600 Euro kostet die Hardware-Umrüstung bei der Firma Dr Pley. Dies gibt der ADAC an. Bei Dr Pley soll der Einbau drei Stunden dauern. 3.000 Euro hatte man auch ein einem Gutachten der Technischen Universität München im Jahr 2018 für die Nachrüstung geschätzt. eine Hardware-Nachrüstung beziffert.

Wer bezahlt die Hardware-Nachrüstung?

Die Kosten für eine Hardware-Nachrüstung auf saubere Diesel entsprechend Euro 6 Norm liegen im vierstelligen Bereich. VW und Daimler haben sich bereit erklärt, die Kosten übernehmen. Diese Kostenübernahmen sind allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die Infos dazu können direkt beim Herstellern auf deren Websiten eingesehen werden.

BMW und Volvo dagegen wollen keinen Zuschuss für die Nachrüstung bezahlen. Wenn die Fahrzeughersteller keinen Zuschuss bewilligen, trägt die Kosten für die Umrüstung der Dieselfahrer allein. Achtung: Es bleibt nach einer Umrüstung nicht bei diesen Kosten. Man sollte ebenfalls bedenken, dass sich durch die Hardware-Umrüstung der Spritverbrauch erhöht. Weiterhin kommen (Mehr)Kosten für den Abgasreiniger AdBlue auf den Dieselfahrer zu.

Ich möchte keine Hardware-Nachrüstung. Und nun?

Wenn Sie einen älteren Diesel fahren, können Sie sich eine Hardware-Nachrüstung überlegen. Sie sollten aber genau abwägen, ob sich dieser Aufwand für Ihr Fahrzeug lohnt.

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